Die Redaktion

Foto + Bildrecht: Josefine Puppe.

Mein Name ist Josefine Puppe. Ich bin Archäologin und Germanistin. Bald kann ich mich hoffentlich auch als Denkmalpflegerin bezeichnen, wenn ich den berufsbegleitenden Master-Studiengang Schutz Europäischer Kulturgüter an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) abgeschlossen haben werde. Momentan arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege im Organisationsteam der VDL-Tagung 2017 in Oldenburg. Dafür betreue ich diesen Blog. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit dem denkmalpflegerischen Umgang mit „unbequemen Denkmalen“ des Nationalsozialismus. Mein anderes Interesse gilt den Sozialen Medien. Ich finde es großartig, was man auf Twitter, Facebook, Instagram und Co. alles erfahren kann! Außerdem würde ich am liebsten die ganze Welt für die Denkmalpflege begeistern. Vielleicht klappt das ja mit dem Blog „OLD news“.

Und hier noch eine kurze Geschichte über mich:

Verstecken spielen im Museum: Meine frühkindliche Prägung?

Als ich klein war, noch im Kindergartenalter, wohnte ich mit meinen Eltern gleich um die Ecke vom Zerbster Heimatmuseum. Das ist in einem mittelalterlichen Franziskanerkloster untergebracht. Die Objekte stehen überall in den zwei Kreuzgängen und den angrenzenden Räumen verstreut. Als Kind erscheint einem das wie ein undurchdringliches Labyrinth. Und das bietet großartige Möglichkeiten sich zu verstecken!

Das Gymnasium Francisceum Zerbst mit dem Museum der Stadt Zerbst/Anhalt
Zerbst, das Gymnasium Francisceum Zerbst mit dem Museum der Stadt Zerbst/Anhalt.

Ich kam hier nämlich öfter her. Meine Mutter war Lehrerin an der Polytechnischen Oberschule und leitete einen Nachmittag in der Woche eine Geschichts-Arbeitsgemeinschaft. Mich nahm sie einfach mit. Ich weiß nicht, wie freiwillig die Teilnahme war. Auf jeden Fall war der Raum immer voll. Das kann an meiner Mutter gelegen haben. Sie verfügt über die Gabe, ihre Schüler unglaublich gut motivieren zu können. Dazu gehört sicherlich auch, ihnen Freiräume zuzugestehen. Denn manchmal tauschten die Schüler auch heiß begehrte Zeitungssauschnitte aus der Jugendzeitschrift „BRAVO“ aus. Die gab es ja bei uns nicht.

Nach dem offiziellen Teil, an den ich mich leider nicht erinnern kann, begann der lustige Part: Wir rannten wie die Wilden durch die Kreuzgänge, durch „geheime“ Verbindungswege und spielten verstecken.

Was hat mich über zehn Jahre später wohl dazu bewogen, auf dem Studienwunschzettel „Ur- und Frühgeschichte“ anzukreuzen? Gibt es das noch nicht entdeckte Gen „Geschichtsinteresse“, das ich geerbt habe? War es das Versteckspiel im Museum? Oder hat mich ein Nachmittag nachhaltig beeinflusst, an dem ich mit dem Museumsdirektor noch alleine zurückblieb und er mir die Welt der Dinosaurier erklärte?

Später machte ich an diesem Ort mein Abitur. Das Gebäude beherbergt auch das Gymnasium Francisceum Zerbst, wo meine Mutter nach wie vor fleißig daran arbeitet, ihre Schüler für Geschichte zu begeistern. Jetzt fragt mich mein Sohn, 5 Jahre: „Mama, wann gehen wir endlich wieder ins Museum?“.

Abb. Zerbst/Anhalt, das Gymnasium Francisceum mit dem Museum der Stadt Zerbst/Anhalt . Foto + Bildrecht: von M_H.DE/Wikimedia Commons CC BY SA 3.0.

Beitragsbild: Schöningen, paläon – Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere. Foto + Bildrecht: Josefine Puppe.