Wir bauen auf Kultur

Meist bemerkt man Dinge erst, wenn sie fehlen: ein markanter Baum ist auf einmal gefällt, ein großartiger Blick in die Landschaft zugebaut, eine typische Platzecke weicht einer neuen Straße, ein Gebäude mit viel Patina und Erinnerungsschichten ist verschwunden. Was wären unsere Städte und Dörfer ohne ihre historischen Gebäude? Mit ihrer Heimat-Kampagne hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz  (DSD) im vergangenen Jahr solche Beispiele gezeigt: es fehlt ein Stück Heimat, wenn ein Denkmal verloren geht.

(c) DSD.

Dabei erzählen Bauwerke Geschichten, verkörpern typische Eigenheiten einer Region, sind Wahrzeichen, die Menschen über Zeit und Länder hinweg miteinander verbinden. In ihnen wird Geschichte greifbar, sie sind Orte der Erinnerung. Historische Gebäude schaffen Identität und Verbundenheit, sind unwiederbringlich und einzigartig – und deshalb so schützenswert.

Und doch sind Denkmale in Deutschland akut bedroht: durch Baumaßnahmen, die tiefer eingreifen als jemals zuvor, durch wirtschaftlichen Druck, durch Sparzwänge oder zunehmend schädliche Umwelteinflüsse. Denkmale schützen heißt, unsere kulturelle Identität zu schützen und zu bewahren. Denkmale zu schützen bedeutet auch, Geschichte, Geschichten und Zeitgeist an authentischen Orten der Erinnerung lebendig zu halten. Und Denkmale zu schützen meint, die Kunstfertigkeit und kreative Kraft der Menschen zu bewahren. Dafür setzt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bundesweit ein und wirbt um Ihre Hilfe und Unterstützung!

Großkneten Alhorn, Stellwerk As – ein Förderprojekt der DSD, heute genutzt vom Monumentendienst (c) DSD/Kruth-Luft.

Mit über 580 Millionen Euro hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz  als private Stiftung bisher mehr als 5.100 Denkmale fördern können – dank ihrer Spender und Förderer wie der Lotterie GlücksSpirale. Jeder Zuschuss ist Unterstützung und Anerkennung der engagierten Denkmaleigentümer und hilft, unsere gebaute Umwelt zu retten.

Die Windmühle von Harpstedt – eines von über 5.000 Projekten der DSD (c) DSD/Linge.

Es gilt jedoch auch den Gedanken des Denkmalschutzes in der Öffentlichkeit, bei Jung und Alt bekannt zu machen, ein Bewusstsein für Denkmalschutz zu bilden und für ein breites bürgerschaftliches Engagement im Kulturgüterschutz zu werben. Engagement erwächst aus Wissen um die Bedeutung des Themas. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz vermittelt diese Bedeutung mit vielfältigen Projekten: an Schüler durch das Schulprogramm “denkmal aktiv“ und an junge Erwachsene durch ihre Jugendbauhütten und das Freiwillige Soziale Jahr in der Denkmalpflege (beide sind dabei auf dem Markt der Möglichkeiten).

Die nächste Generation Denkmalpfleger: eine denkmal aktiv-Gruppe in Aktion. Schloss Ettersburg, „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“, 2005, Hoffmann-von-Fallersleben-Gymnasium (c) DSD/Rossner.

In ihrer DenkmalAkademie bietet sie Fort- und Weiterbildungsangebote für in der Denkmalpflege Arbeitende und an der Denkmalpflege Interessierte an. Die Förderer-Zeitschrift MONUMENTE informiert über die Arbeit der Stiftung und vermittelt ebenso auf unterhaltsame Weise Wissenswertes und Unbekanntes um das Denkmal sowie aktuelle Diskussionen und Themen der Denkmalpflege. Mit vielfältigen Veranstaltungen werben ihre ehrenamtlichen Ortskuratorien vor Ort für den Denkmalschutz, auf „MONUMENTE-Reisen“ oder am „Tag des offenen Denkmals“, den die DSD bundesweit koordiniert, werden Denkmal-Besuche zu spannenden Erlebnissen.

Tag des offenen Denkmals: Impression mit Luftballons. (c) DSD/Rossner.

Denn nur wer Denkmale in ihrer ganzen Vielfalt und Einmaligkeit begreift und erlebt, wird sich auch für den Erhalt dieser Monumente einsetzen. Dafür wirbt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bei den Bürgern – und ist deshalb gerne am 85. Tag für Denkmalpflege, Sonntag, 18. Juni 2017 in Oldenburg mit dabei! Die Freiwilligen der Jugendbauhütte Stade zeigen Ihnen, wie eine Wippdrechselbank funktioniert, was man mit Hobelpferden anstellt und beantworten Ihnen alle Fragen zum FSJ in der Denkmalpflege. Schülerinnen und Schüler des Seminarkurses Chemie/Denkmalschutz, Neues Gymnasium Oldenburg, präsentieren hier das „denkmal aktiv„-Projekt „Stadt am Fluss“. Am Stand werden außerdem die Ergebnisse des Fotowettbewerbs „Fokus Denkmal“, einem Schülerprojekt, gezeigt.

Wann? Am Sonntag, 18. Juni 2017 von 13 bis 17 Uhr in Oldenburg. Hier geht es zum Programm und zu allen weiteren Akteuren. Dr. Ursula Schirmer ist Gast des Podiumsgesprächs zum Motto des 85. Tags für Denkmalpflege „Altes Haus, was nun? Zwischen Wollen und Können“. Der Moderator Ludger Abeln fragt: Was hat es überhaupt mit der Denkmalpflege auf sich?

Hashtags: #AltesHausWasNun #85TFD

Beitragsbild: Ein Motiv der Heimatkampagne der DSD (c) DSD.

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