„Erholung nach des Tages Last“ – im Schlossgarten Oldenburg

Als englischer Landschaftspark mitten im Herzen der Stadt fällt dem Schlossgarten eine besondere Bedeutung zu. Mit dem Schlossgarten beginnt jene Entwicklung, die Oldenburg zur so genannten „Gartenstadt“ gemacht hat.

In seiner 1890 veröffentlichten Abhandlungen über „die Großherzoglichen Gärten und Parkanlagen zu Oldenburg“ schreibt der damalige Garteninspektor Heinrich Ohrt über den Schlossgarten: „Den Bewohnern der Stadt ist er schon seiner bequemen Lage wegen in gesundheitlicher Beziehung ein wahres Kleinod. Generation um Generation haben in demselben den herrlichen Bäumen entströmenden Sauerstoff in sich aufgenommen und hier Zerstreuung, Erholung nach des Tages Last und Mühen sowie neue Lebenskraft gesucht und gefunden“.

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Oldenburg, Schlossgarten. Foto + Bildrecht: Trixi Stalling.

Diese Oase der Ruhe, mitten im Trubel der Stadt, scheint einer immer stärkeren Bedeutung zu bekommen, auch wenn wir heute die soziale Wirkung von Grünanlagen differenzierter beurteilen, im Prinzip gilt die Aussage noch immer. Nach wie vor besuchen Bürger den Schlossgarten, um sich hier zu erholen. Auf einer Bank genießen sie die Stille oder beobachten die Natur. Beim Durchschreiten eines Tores zum Schlossgarten lässt der Ruhesuchende die hektische Welt der Stadt für einen Augenblick hinter sich. Er bietet seinem Besucher als innerstädtische Parkanlage nicht nur Erholungsraum, sondern trägt auch bedeutend zur Verbesserung des Stadtklimas bei. Als innerstädtischer Freiraum gliedert er die Stadt auch räumlich. Der Schlossgarten ist ein wichtiger Imageträger der Stadt Oldenburg und besitzt eine starke Fremdenverkehrswirkung durch sein gartenhistorisches Grün mit Blickbeziehungen auf denkmalgeschützte Gebäude. Der Park bietet dem Spaziergänger eine große Vielfalt pflanzlicher Formen und Farben unterschiedlichster Gehölze, Stauden und Einjähriger. Besonders im Frühling erwartet den Besucher ein wahres Meer von Blütenkelchen unzähliger Narzissen, Krokussen und Hyazinthen, die die Rasenflächen dann wie bunte Teppiche überziehen. Jährlich werden im Oktober tausende Blumenzwiebeln gesetzt, um die Besucher im Frühjahr zu verzaubern.

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Oldenburg, Schlossgarten. Foto + Bildrecht: Trixi Stalling.

Ebenso ist die ökologische Funktion ist unersetzbar. Für die Vogelwelt bildet der Schlossgarten mit seinen dichten Bosketts und den immergrünen Gehölzen ein wirkliches Paradies. Eine Zählung des NABU ergab, das über 50 Vogelarten den Garten beheimaten und fast 500 Brutpaare ihren Lebensraum im Schlossgarten finden. Ebenfalls haben sieben Fledermausarten ihr Schutzgebiet gefunden. Mit Unterstützung der Schlossgartenfreunde wurde hierzu auch eine Broschüre heraus gebracht, „Sängerfürsten und nächtliche Kobolde im Oldenburger Schlossgarten“. Sie ist beim NABU, Schlosswall 15 (Mo-Do 15-17 Uhr) und im Schlossgarten Oldenburg, Gartenstraße 37 erhältlich.

Weitere Informationen zum Schlossgarten Oldenburg.

Beitragsbild: Oldenburg, Schlossgarten. Foto + Bildrecht: OTM/Verena Brandt.

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